Bibliotheca Arabica

Bibliotheca Arabica – Neue Geschichte der arabischen Literatur

Forschungsprojekt an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Universität Leipzig.

Die arabische Literatur ist an Umfang und inhaltlicher Vielfalt eine der reichsten der Weltliteratur. Sie entfaltete sich seit dem 7. Jahrhundert in einer durch weitgespannte kulturelle Traditionen und Verflechtungen charakterisierten, islamisch geprägten Zivilisation. Wie die akkadische und die chinesische ist die arabische Literatur ein altes und gelehrtes Archiv des Wissens. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein erfolgte ihre Überlieferung meist handschriftlich. Die Zahl der in Katalogen erfassten arabischen Handschriften geht mittlerweile in die Millionen.

Das Projekt Bibliotheca Arabica widmet sich kulturgeschichtlich weitgehend unbekannt gebliebenen Jahrhunderten. Ziel des Projekts ist es, neue Erkenntnisse zur arabischen Literatur insbesondere unter der Herrschaft der Mamluken und Osmanen zu gewinnen. Gemeinsam mit den Werken der belles lettres und der Wissenschaften stehen dabei individuelle Menschen im Blickfeld – wie Autoren, die über bestimmte Thematiken geschrieben haben, Leser, die bestimmte Werke genutzt, Besitzer, die sie vor Ort in Bibliotheken gesammelt oder Gelehrte, die sie kommentiert und über Zeiten und Räume hinweg überliefert haben. Die Erfassung und Verknüpfung all ihrer Namen und Aktivitäten in einer digitalen Forschungsplattform bildet eine zentrale Grundlage zur Erforschung der lokalen und translokalen Dynamiken, die das kulturelle Leben prägten. Hierfür integriert die gleichnamige Online-Datenbank des Projekts spezifische Informationen – wie Titel, Namen, Institutionen, Orte, Zeitangaben – aus den Katalogisaten von Handschriften. Eine weitere Ressource stellen die Daten aus Manuskriptvermerken dar, deren Originale in Sammlungen erhoben und dokumentiert werden.

Als zentrales Arbeitsinstrument der Arabistik bietet die die digitale Bibliotheca Arabica vielen weiteren Disziplinen, die sich den religiösen und ethnischen Gemeinschaften in der islamisch geprägten Welt widmen, Zugang zur Erforschung des in arabischer Sprache überlieferten Handschriftenerbes – so etwa der Afrikanistik, Hebraistik, Indologie, Iranistik, Koptologie, Osmanistik und Zentralasienwissenschaft.

letzte Änderung: 04. Februar 2018