Arabistik in Leipzig

Über das Orientalische Institut

Das Orientalische Institut der Universität Leipzig (OIL) ist eines der ältesten und traditionsreichsten arabistischen Institute in Deutschland und Europa. Das OIL ist eine multidisziplinäre Forschungs- und Lehrstätte, die sich durch die Verbindung signifikanter arabistischer und islamwissenschaftlicher Inhalte auszeichnet. Die Lehrgebiete sind in drei inhaltlichen Bereiche gegliedert:

A Kultur und Geschichte der arabischen Welt
B Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft
C Islamisches Recht und Recht der arabischen Welt

Als Teil der Fakultät für Kunst, Geschichte und Orientwissenschaften der Universität Leipzig beschäftigt sich das OIL mit der Erforschung und Lehre der Kultur, Geschichte, Recht, Religion, Wirtschaft und den sozialen und politischen Strukturen des Nahen und Mittleren Ostens von der klassischen Periode bis zur Moderne.

Das Ziel der Leipziger Arabistik ist es, den Studierenden eine exzellente Ausbildung in der arabischen Sprache in Wort und Schrift zu bieten. Auf Grundlage der erworbenen Sprachkompetenz vertiefen die Studierenden ihre inhaltliche Beschäftigung mit den am Institut vertretenen Bereichen.

Die Leipziger Arabistik ist durch ausgesprochen vielseitige Lehr- und Forschungsperspektiven auf die arabische Region und darüber hinaus auf die islamisch geprägte Welt charakterisiert. Sie bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten des Studiums und der Spezialisierung.

1728 zum Leben erweckt, blickt das OIL auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück und verfügt bis heute national und international über einen exzellenten fachlichen Ruf. Neben der engen fachlichen Interdisziplinarität durch die Bereiche A bis D, ist die Nähe verwandter Institute wie der Religionswissenschaft, der Ethnologie und anderer Regionalwissenschaften eine weitere Stärke des Instituts.

Das OIL zeichnet sich besonders durch seine persönliche Atmosphäre und seine exzellente Studienbetreuung durch das Lehrpersonal aus. In den BA- und MA-Programmen erhalten die Studenten eine individuelle Beratung durch das Fachpersonal ihres Schwerpunktbereiches und erhalten weitreichende Unterstützung bei berufsqualifizierenden Programmen, Praktika und weiterführenden internationalen Studienaustauschen.

Alle drei Forschungsbereiche kooperieren mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen, so dass die Studenten eine Intensivierung ihres Studiums erlangen können. 

Ferner bietet das OIL die deutschlandweit einmalige Möglichkeit, den MA-Studiengang "Konferenzdolmetschen Arabisch" zu belegen.

Was ist Arabistik?

1. Allgemein

Die Arabistik widmet sich der Erforschung der arabischen und darüber hinaus der islamisch geprägten Regionen. Eine der wichtigsten Grundlagen dafür ist die fundierte Kenntnis der arabischen Sprache, die den Schlüssel zur geistigen, kulturellen und sozialen Vielfalt dieses großen Raumes, sei es in der Geschichte oder der globalisierten Gegenwart, darstellt.Die Öffnung der Arabistik hin zur Interdisziplinarität und Methodenvielfalt zeigt sich in einem großen Spektrum von Themen - von der literatur- und kulturwissenschaftlich geprägten Arbeit mit arabischen Schrifttum bis hin zur empirischen Sozialforschung. Die Leipziger Forschung und Lehre umfasst zum Beispiel moderne Medien, aktuelle Rechtsentwicklungen in den arabischen Ländern, ökonomische und soziale Prozesse der Globalisierung wie auch Schia-Studien, Handschriftenkunde und zeitgenössische arabische Literatur.

2. Berufsfelder

Durch die Kombination einer intensiven Sprachausbildung mit den inhaltlichen Schwerpunkten der Arabistik sind die Berufsfelder der Absolventen der Arabistik breit gefächert:

  • Politik und diplomatischer Dienst
  • Staatliche und nicht-staatliche Institutionen (Ministerien, BKA, u.a.)
  • Internationale Organisationen und Entwicklungszusammenarbeit (UN, GIZ, u.a.)
  • Krisen- und Konfliktprävention
  • Journalismus, Medien, Verlagswesen
  • Kulturarbeit (z.B. Goethe-Institute, Museen, u.a.)
  • Wirtschaftsunternehmen (z.B. Internationale Handelskammer)
  • Bibliotheken
  • Universität und Forschung

3. Das Fach Arabistik im Wandel der Geschichte

Ursprünglich an die theologischen Fakultäten gebunden, emanzipiert sich die Arabistik als eigenständige philologische Disziplin im 19. Jahrhundert. Zu der Philologie, welche die arabische Sprache und das arabische Schrifttum erforschte, kommt im 19. Jahrhundert die historische Forschung. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts bilden sich schließlich die Islamwissenschaft und andere Einzeldisziplinen, wie die Iranistik, die Turkologie oder die Semitistik, heraus. Die disziplinäre Auffächerung und wachsende Methodenvielfalt setzt sich im 20. Jahrhundert fort: neben Philologie, Geschichte und Islamwissenschaft werden die arabischen und islamischen Räume anhand von geographischen, kultur-, literatur- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen untersucht. Die Kenntnis der arabischen Sprache bei gleichzeitiger Methodenvielfalt ist somit ein entscheidendes Merkmal der "modernen Arabistik". Auch haben sich die Räume, mit denen sich die Arabistik beschäftigt, verändert – arabische und muslimische Lebenswelten werden über die geographischen Grenzen der Region hinaus untersucht.Durch die Verflechtung verschiedener Kulturräume im Zuge der fortschreitenden Globalisierung ergeben sich für das Fach Arabistik immer wieder neue Fragestellungen. Profil und Schwerpunkt eines arabistischen Instituts hängen dabei letztlich vor allem von dem dort forschenden und lehrenden Personal ab.

letzte Änderung: 10. Oktober 2017