Islamisches Recht

Im Rahmen des Studiums der Arabistik und Orientalischen Philologie an der Leipziger Universität spielt das Islamische Recht traditionell eine wesentliche Rolle in Lehre und Forschung. Dies verbindet sich mit Gelehrten wie Edgar Pröbster (gest. 1942) und Paul Koschaker (gest. 1951), dessen hauptsächliches Interesse der Keilschriftrechtsgeschichte galt, aber auch Gotthelf Bergsträsser (gest. 1933), einem Schüler von August Fischer (gest. 1949), und Joseph Schacht (gest. 1969), der zwar selbst nicht in Leipzig gelehrt hat, aber als Schüler von Bergsträsser von der Leipziger Schule beeinflusst war. Die Gründung des Semitistischen Instituts im Jahre 1900 bot einen ersten institutionellen Rahmen für Studien auf dem Gebiet des Islamischen Rechts. Mit der Schaffung der Sektion Afrika- und Nahostwissenschaften in den 60-er Jahren wurden islamisch-rechtliche Forschungen im Bereich des LFB Nordafrika/Nahost betrieben.

Mit der strukturellen und inhaltlichen Neugestaltung des Orientalischen Instituts Anfang der 90-er Jahre konnte das Islamische Recht seinen wichtigen Platz im Ensemble verschiedener arabistischer Fächer wieder einnehmen und wird seitdem als Lehr- und Forschungsgegenstand intensiv behandelt. Die Schwerpunkte liegen im Klassischen Islamischen Recht, in der Behandlung der islamischen Rechtsquellen sowie in der Anwendung des Islamischen Rechts in der arabischen Welt. Islamische und arabische Rechtsnormen, Rechtsgeschichte, Rechtsvergleichung sowie islamische Staatslehre und -geschichte werden anhand von entsprechenden Quellen (vor allem in arabischer Sprache) studiert.

Islamisches Recht kann im Rahmen des BA- und MA-Studiengangs Arabistik und Orientalische Philologie belegt werden. Der Studienschwerpunkt Islamisches Recht ist besonders für Studierende interessant, die nach ihrem Studium eine Tätigkeit im islamischen Ausland, in einer Institution bzw. Firma, die mit der arabischen Welt befasst ist, aufnehmen, oder aber eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen. Einige Forschungsprojekte zum Islamischen Recht am Orientalischen Institut sowie die Veröffentlichung von Büchern und Aufsätzen zum Islamischen Recht und zum Recht der arabischen Länder (u.a. in den "Leipziger Beiträgen zur Orientforschung") unterstreichen die Bedeutung dieses Bereiches.

letzte Änderung: 10. Oktober 2017