Wirtschaft und Sozialgeographie

Wirtschaft und Sozialgeographie der arabischen Länder

Im Fachgebiet Wirtschaft und Sozialgeographie der arabischen Länder steht die Verknüpfung arabischer Sprachfähigkeiten mit einer ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Ausbildung im Mittelpunkt. Wesentlich ist hierbei die Vermittlung regionaler Kenntnisse und wissenschaftlicher Instrumentarien zur Analyse von Entwicklungsprozessen (Potentiale und Probleme) in den arabischen Ländern. Da in unserer hochverflochtenen, globalisierten Welt selbst lokale Entwicklungen und individuelle Entscheidungen zunehmend von räumlich weit entfernt wirkenden Kräften beeinflusst werden, wird der arabische Raum dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext seiner (historischen) Einbindungen und seinen gegenwärtigen Interdependenzen mit der übrigen Welt.

Die Ausbildung in diesem Fachgebiet beinhaltet u.a. folgende Aspekte:

  1. Regionale Kenntnisse:
    Vermittlung der grundlegenden Raum- und Gesellschaftstrukturen in der arabischen Welt aus einer (jüngeren) historischen Perspektive, um gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen – auf den unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsebenen – eigenständig und fundiert analysieren und einschätzen zu lernen. (Ziel: Vermittlung regionalwissenschaftlicher Grundlagen)

  2. Theoriegeleitete Analysen:
    Um lokale Alltagssituationen und gesellschaftliche Dynamiken zu erfassen, die auch im "Orient" im Zuge der Globalisierung nunmehr hochverflochten sind, kommt der Beschäftigung mit raumwissenschaftlichen, gesellschaftstheoretischen und ökonomischen Theorien eine wichtige Rolle zu. Vermittelt wird dabei, wie in theoriegeleiteten Analysen Komplexität sinnvoll reduziert, Sinnzusammenhänge neu geordnet und wissenschaftlich dargestellt (repräsentiert) werden können. (Ziel: Erlernen des theoriegeleiteten & problemzentrierten Arbeitens)

  3. Methodenvermittlung:
    Im Bereich der empirischen Sozialforschung werden Methoden und Erfahrungen vermittelt, die darauf sensibilisieren, wie Gesprächssituationen vor Ort gestaltet werden können, wie qualitative und quantitative Datenerhebungen zu konzeptionalisieren und durchzuführen sind, wie Daten aufbereitet und statistisch sowie sozialwissenschaftlich auszuwerten und letztlich auch zu präsentieren sind. (Ziel: Vermittlung empirischer Möglichkeiten & Grenzen sozialer "Wissensproduktion")

  4. Berufsqualifizierung:
    Vermittlung von Fähigkeiten zur eigenständige Konzeption und Finanzierung von Projekt- und Forschungsvorhaben, Entwicklung von Arbeitsprogrammen im Rahmen angestrebter Hospitationen etwa bei Wirtschaftsverbänden (Handelskammer) oder im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (GTZ). Hierbei wird Teamarbeit gefördert, um durch verantwortliche Aufgabenteilung zielorientiert bestimmte Aspekte einer Problemstellung zu lösen (Ziel: Projekt- statt Eigenorientierung).

 

letzte Änderung: 25. Mai 2011